Mit dem Fahrrad zur Platte – SOTA, POTA und WWFF im Steinwald

Blick vom Oberpfalzturm in Richtung Ochsenkopf, bei SOTA Aktivierung von DG4KAI

SOTA DM/BM-174 · POTA DE-0027 · WWFF DLFF-0119

Gestern ging es für mich wieder einmal hinauf zur Platte im Steinwald, SOTA-Referenz DM/BM-174. Mit 946 Metern ist sie der höchste Gipfel des Steinwalds und bei SOTA mit 10 Punkten natürlich eine interessante Referenz.

Ganz neu war das Ziel für mich allerdings nicht. Die Platte habe ich bereits mehrfach aktiviert, zuletzt im Jahr 2023. Nicht jede dieser Aktivierungen lief damals besonders gut. Diesmal sollte das glücklicherweise ganz anders aussehen.

Meine Funkstation baute ich wie gewohnt am Fuße des Oberpfalzturms auf. Der Aussichtsturm gehört für mich bei einem Besuch auf der Platte einfach dazu – und natürlich ging es auch diesmal wieder hinauf. Wenn ich schon dort bin, lasse ich mir die Aussicht von oben nicht entgehen.

Diesmal mit dem Fahrrad hinauf

Die Anreise war diesmal schon ein Teil der Aktivierung, denn ich bin mit dem Fahrrad von meinem Heim-QTH zur Platte gefahren.

Bis hinauf waren es ungefähr 13,5 km, wobei es insbesondere die letzten fünf Kilometer in sich haben. Dort wird die Steigung deutlich anspruchsvoller und aus der gemütlichen Anfahrt wird eine kleine sportliche Herausforderung.

Gerade dieser Abschnitt hat mir aber richtig Spaß gemacht. Stellenweise kam dabei schon ordentlich Enduro-Feeling auf – und dafür habe ich ohnehin eine gewisse Schwäche. Schließlich bin ich früher selbst Motocross gefahren, und so ganz verschwindet die Freude am Fahren abseits glatter Straßen wohl nie.

Was bergauf anstrengend ist, macht bergab natürlich umso mehr Spaß. Die Abfahrt nach der Aktivierung war entsprechend noch einmal ein Erlebnis für sich und fühlte sich stellenweise tatsächlich nach Enduro pur an.

Mit ein paar zusätzlichen Kilometern und einem kleinen Umweg kamen am Ende knapp 30 Kilometer auf dem Fahrrad zusammen. Damit war neben der Funkaktivierung auch für ausreichend Bewegung gesorgt.

Aufbau am Oberpfalzturm

Oben angekommen, wurde die Station am Fuße des Oberpfalzturms aufgebaut. Die Platte liegt mitten im Naturpark Steinwald, und der Turm ist natürlich das weithin sichtbare Wahrzeichen des Gipfels.

Bei gutem Wetter ist die Aussicht von dort oben immer wieder sehenswert. Diesmal passte das Wetter hervorragend zur gesamten Tour, sodass ich mir natürlich auch wieder die Zeit für den Aufstieg auf den Turm genommen habe.

Interessant war für mich außerdem eine Veränderung gegenüber meinem letzten Besuch 2023.

Damals hatte ich dort oben mit dem Smartphone praktisch kein brauchbares Internet.

Diesmal sah das vollkommen anders aus.

Ich hatte eine brauchbare Internetverbindung und konnte problemlos online arbeiten beziehungsweise spotten.

Für eine SOTA- und POTA-Aktivierung ist eine funktionierende Datenverbindung natürlich sehr angenehm. Gerade das Spotten wird dadurch erheblich einfacher.

Viele QSOs und bekannte Rufzeichen

Auch auf den Bändern lief es diesmal ausgesprochen gut.

Das Log füllte sich schnell und am Ende kamen überdurchschnittlich viele QSOs zusammen. Gerade weil ich die Platte aus der Vergangenheit auch anders kenne, hat mich das natürlich besonders gefreut.

Schön war außerdem, wieder einige bekannte Rufzeichen und Stimmen zu hören.

Das ist für mich ein Teil des Amateurfunks, den keine Statistik im Log wirklich wiedergeben kann. Man hört jemanden, mit dem man regelmäßig ein QSO hat, und erkennt die Stimme teilweise schon, bevor das Rufzeichen vollständig gefallen ist. Genauso freut es mich, wenn plötzlich jemand auftaucht, den ich schon längere Zeit nicht mehr auf den Bändern gehört habe.

Gerade bei SOTA und POTA begegnet man mit der Zeit immer wieder denselben Leuten. Man kennt sich vielleicht nicht persönlich, aber Rufzeichen und Stimmen werden trotzdem zu alten Bekannten.

Das macht solche Aktivierungen für mich auch persönlich interessant.

Eine rundum gelungene Aktivierung

Unterm Strich war es diesmal eine richtig schöne Tour zur Platte.

Die Auffahrt mit dem Fahrrad war auf den letzten Kilometern durchaus anspruchsvoll, machte aber gerade deshalb Spaß. Oben passte das Wetter, die Mobilfunkversorgung war gegenüber meinem letzten Besuch deutlich besser und vor allem der Funkbetrieb lief hervorragend.

Nach der Aktivierung wartete dann noch die Abfahrt als kleiner Bonus.

Die Platte bleibt damit für mich ein alter Bekannter, zu dem ich sicher nicht zum letzten Mal hinaufgefahren bin.

Heute sieht es wettertechnisch dagegen schon wieder ganz anders aus – es regnet.

Verwendetes Equipment:

  • Yaesu FT-891 Transceiver
  • JPC-12 Antenne
  • IPad mit App: Ham2K
  • LiFePo4 Akku 8 Ah
  • Radtel RT-950 Pro (für APRS)