Mit dem Fahrrad zur POTA- und WWFF-Aktivierung
POTA DE-0027 · WWFF DLFF-0907
Nach der gestrigen SOTA-Aktivierung auf dem Schneeberg sollte es heute etwas gemütlicher zugehen. Das schöne Spätsommerwetter Ende September wollte schließlich noch einmal genutzt werden – und so kam das Fahrrad kam zum Einsatz.
Mein Ziel lag nur rund acht Kilometer entfernt: die Serpentinstandorte in der nördlichen Oberpfalz. Dort ließen sich gleich zwei Aktivierungsprogramme miteinander verbinden:
- POTA: DE-0027 – Naturpark Steinwald
- WWFF: DLFF-0907 – Serpentinstandorte in der nördlichen Oberpfalz
Mit dem Fahrrad zur Aktivierung
Schon die Anfahrt gehörte diesmal zur Tour dazu. Statt möglichst schnell ans Ziel zu kommen, führte mein Weg überwiegend über kleinere Straßen und Feldwege. Bei Sonnenschein, angenehmen Temperaturen und nur leichter Bewölkung war das genau die richtige Entscheidung.
So bekommt man unterwegs einfach mehr von der Landschaft mit und verbindet die Funkaktivierung gleich noch mit ein paar Kilometern auf dem Fahrrad.
Je näher ich meinem Ziel kam, desto dichter wurde die Vegetation. Das Schutzgebiet besteht nicht aus einer einzigen zusammenhängenden Fläche, sondern aus mehreren Teilgebieten. Für meine Aktivierung hatte ich mir einen Bereich am oberen äußeren Rand ausgesucht und fand dort schließlich einen schönen Platz für die Station.
Eine besondere Landschaft
Die Serpentinstandorte in der nördlichen Oberpfalz sind auch abseits des Amateurfunks interessant. Das FFH-Gebiet umfasst mehrere Teilflächen mit zusammen rund 119 Hektar.
Seinen besonderen Charakter verdankt das Gebiet dem dort vorkommenden Serpentinitgestein. Die daraus entstandenen Standorte bieten Bedingungen, mit denen längst nicht jede Pflanzenart zurechtkommt. Dadurch konnte sich eine spezialisierte Vegetation entwickeln. Zu den geschützten Lebensräumen gehören unter anderem Magerrasen, trockene Heiden und Silikatfelsen mit ihrer typischen Felsspaltenvegetation.
Eine der botanischen Besonderheiten ist der Braungrüne Streifenfarn, der an solche Standorte angepasst ist.
Damit hatte ich mir für die heutige Aktivierung nicht nur irgendeinen Platz innerhalb einer POTA-Referenz ausgesucht, sondern eine landschaftlich und botanisch durchaus außergewöhnliche Ecke der nördlichen Oberpfalz.
40 Meter machte dort weiter, wo es gestern aufgehört hatte
Nach dem Aufbau der Station begann ich bewusst wieder auf 40 Meter in SSB. Gestern auf dem Schneeberg hatte dieses Band hervorragend funktioniert und offenbar hatte sich daran über Nacht nicht viel geändert.
Schon kurz nach dem Start kamen die ersten Stationen ins Log und anschließend ging es zügig weiter. In relativ kurzer Zeit waren bereits sehr viele QSOs geschafft.
Nach dem erfolgreichen Start wechselte ich auf 20 Meter SSB.
Und auch hier wiederholte sich fast exakt das Bild vom Vortag: Während 40 Meter richtig gut lief, war auf 20 Meter deutlich weniger los. Die Verbindungen kamen wesentlich schleppender zustande und das Band konnte mit 40 Meter heute einfach nicht mithalten.
Also ging es zum Abschluss noch einmal zurück auf 40 Meter. Dort kamen weitere Stationen ins Log und damit war die Aktivierung mehr als erfolgreich abgeschlossen.
Funk, Fahrrad und ein schöner Sonntagnachmittag
Nachdem keine weiteren QSOs mehr nötig waren, wurde die Station wieder abgebaut und alles auf dem Fahrrad verstaut. Anschließend ging es auf derselben Strecke gemütlich zurück Richtung Heimat.
Genau solche Aktivierungen gefallen mir. Es muss nicht immer ein hoher Gipfel oder eine lange Autofahrt sein. Diesmal lagen gerade einmal rund acht Kilometer zwischen meinem Zuhause und einem interessanten Funkstandort.
Ein paar Kilometer mit dem Fahrrad, Feldwege und Natur, herrliches Spätsommerwetter und dazu eine richtig gut gefüllte Logdatei – viel mehr braucht es für einen gelungenen Sonntagnachmittag eigentlich nicht.
Und ganz nebenbei gab es heute wieder den Beweis, dass interessante Funkziele manchmal praktisch direkt vor der Haustür liegen.
Verwendetes Equipment:
- Yaesu FT-891 Transceiver
- JPC-12 Antenne
- IPad mit App: Ham2K
- LiFePo4 Akku 8 Ah
- Radtel RT-950 Pro (für APRS)



