LILYGO T3 – mein neuer Meshtastic-Node für 433 MHz
Kleine Platine, eigenes 3D-Druck-Gehäuse und jede Menge Möglichkeiten zum Experimentieren
Neben dem klassischen Amateurfunk, Portabelbetrieb sowie meinen SOTA- und POTA-Aktivierungen beschäftige ich mich immer wieder gerne mit anderen Bereichen der Funktechnik. Seit einiger Zeit schaue ich mir deshalb auch Meshtastic und Mesh-Netzwerke auf LoRa-Basis etwas genauer an.
Einen ausführlicheren Einstiegsbericht zu diesem Thema werde ich noch schreiben. Heute soll es zunächst um die Hardware gehen, mit der ich aktuell experimentiere: ein LILYGO T3 für 433 MHz.
Das kleine Board soll bei mir als Meshtastic-Node zum Einsatz kommen. Die ersten Schritte sind gemacht und jetzt bin ich gespannt, was sich damit in der Praxis alles anstellen lässt.
Was steckt im LILYGO T3?
Das T3 gehört zu den kompakten LoRa-Entwicklungsboards von LILYGO. Je nach Version und Revision gibt es unterschiedliche Bestückungen und Frequenzvarianten. Meine Ausführung ist für den Bereich um 433 MHz vorgesehen und damit für meine geplanten Experimente besonders interessant.
Die wichtigsten Merkmale der T3-Familie beziehungsweise meiner Anwendung sind:
- Hersteller: LILYGO
- Modellreihe: T3 / LoRa32
- Funktechnik: LoRa
- Ausführung: 433 MHz
- Mikrocontroller: ESP32-Familie, abhängig von der Boardrevision
- Display: integriertes OLED
- WLAN: integriert
- Bluetooth: integriert
- USB-Anschluss: zur Stromversorgung und Programmierung
- LoRa-Funkmodul: abhängig von der jeweiligen T3-Version
- externer Antennenanschluss: vorhanden
- Meshtastic: als unterstützte Hardware verfügbar
- Einsatz bei mir: Meshtastic-Node im Amateurfunkumfeld
Gerade die Kombination aus Mikrocontroller, LoRa-Funkteil, Bluetooth und kleinem Display macht solche Boards für Experimente interessant. Viel Hardware braucht es zunächst nicht, um einen eigenen Node aufzubauen.
Meshtastic statt klassischem Funkgerät
Meshtastic verfolgt einen völlig anderen Ansatz als der klassische Sprechfunk.
Die einzelnen Nodes können untereinander ein Mesh-Netz bilden und Daten über LoRa übertragen. Ein Smartphone lässt sich beispielsweise per Bluetooth mit dem eigenen Node verbinden. Die Bedienung und Kommunikation erfolgt anschließend bequem über die Meshtastic-App.
Das Smartphone selbst muss dabei natürlich keine direkte Funkverbindung zu einem weit entfernten Teilnehmer herstellen. Diese Aufgabe übernimmt der LoRa-Node.
Genau dieser technische Ansatz reizt mich an der Sache.
Wie sich das Ganze in der Praxis verhält, welche Reichweiten sich bei mir ergeben und wie gut ein solches Netz hier in der Gegend funktioniert, möchte ich in nächster Zeit ausprobieren.
Natürlich braucht die Platine ein Gehäuse
Ein nacktes Board auf dem Schreibtisch funktioniert zwar – besonders schön finde ich das allerdings nicht.
Also musste ein Gehäuse her.
Eine passende Vorlage für den 3D-Druck war schnell gefunden und anschließend ging es an den Drucker. Ganz unverändert wollte ich das vorhandene Modell allerdings nicht übernehmen. Ich habe das Äußere noch etwas an meine eigenen Vorstellungen angepasst und natürlich durfte auch mein Rufzeichen auf dem Gehäuse nicht fehlen.
Für den Druck kamen zwei Filamente meiner Wahl zum Einsatz.
Wer meine Geräte und Eigenbauten mit der Zeit hier auf der Seite verfolgt, wird wahrscheinlich ohnehin ein gewisses Muster erkennen. Ich mag es, wenn meine Geräte optisch ein wenig zusammenpassen und einen gewissen Wiedererkennungswert haben.
Das ist technisch vollkommen unwichtig – mir gefällt es aber einfach.
Und genau das ist schließlich einer der Vorteile eines eigenen 3D-Druckers: Ein Gehäuse muss nicht so aussehen, wie irgendein Hersteller es vorgesehen hat. Man kann es anpassen, verändern und am Ende genau so drucken, wie man es selbst haben möchte.
Vom Entwicklungsboard zum fertigen Node
Mit dem Gehäuse wirkt das kleine T3 gleich wesentlich mehr wie ein fertiges Gerät und weniger wie eine Entwicklungsplatine.
Genau so möchte ich es auch einsetzen.
Der Node wird mit Meshtastic betrieben und anschließend über die entsprechende App auf dem Smartphone genutzt. Damit habe ich eine kompakte Einheit, die ich problemlos mitnehmen und für verschiedene Versuche einsetzen kann.
Besonders interessieren mich natürlich praktische Tests. Wie sieht es mit der Reichweite aus? Welche Unterschiede machen Standort und Antenne? Wie gut funktioniert die Weiterleitung über andere Nodes? Und was lässt sich daraus möglicherweise für portable Anwendungen machen?
Das sind Dinge, die man am Ende nicht auf dem Datenblatt herausfindet.
Man muss damit raus und es ausprobieren.
Ein neues Experimentierfeld
Für mich ist das LILYGO T3 deshalb weniger ein fertiges Produkt als vielmehr eine kleine Plattform zum Experimentieren.
Board, Firmware, Antenne, Gehäuse und die entsprechenden Einstellungen lassen genügend Spielraum, um sich technisch damit zu beschäftigen. Und genau das macht für mich einen Teil des Reizes aus.
Meine ersten Schritte mit Meshtastic sind damit jedenfalls gemacht. Jetzt darf sich der kleine 433-MHz-Node erst einmal in der Praxis beweisen.
Über die Grundlagen von Meshtastic, meine Konfiguration und natürlich die Erfahrungen mit diesem und weiteren Nodes werde ich noch gesondert berichten.
Wer Interesse an dem von mir verwendeten 3D-Druck-Gehäuse hat, kann mich gerne anschreiben. Dann gebe ich den Link zur entsprechenden STL-Datei weiter. Meine eigene Version habe ich, wie auf den Bildern zu sehen, noch etwas an meinen persönlichen Geschmack angepasst.
Jetzt wird aber erst einmal getestet.
Ich bin gespannt, wie sich das kleine T3 im praktischen Betrieb schlägt.



