YAESU FT-857 – Portabel Transceiver

Yaesu FT-857 kurzwellentransceiver in Nahaufnahme auf einem olivgrünen Rucksack auf einer Wiese liegend.

Ein treuer Begleiter geht langsam in Rente

Manche Funkgeräte stehen einfach nur im Shack. Andere begleiten einen über viele Jahre, auf unzählige Berge, durch verschiedene Länder und bei vielen hundert oder sogar tausend Funkverbindungen. Mein YAESU FT-857 gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.

Seit 2015 befindet sich der kleine Allmode-Transceiver in meinem Besitz. Angeschafft hatte ich ihn damals ganz bewusst für den Portabelbetrieb. Vor allem für meine Aktivitäten bei SOTA – Summits on the Air suchte ich ein kompaktes, robustes Funkgerät, das sich mit vertretbarem Aufwand auf einen Berg transportieren lässt und trotzdem genügend Leistung und Flexibilität bietet.

Genau diese Aufgabe hat der FT-857 über viele Jahre zuverlässig erfüllt.

Vom Harz bis in den Bayerischen Wald

Wenn ich heute zurückblicke, ist der FT-857 wahrscheinlich eines der Funkgeräte, mit denen ich die meisten Erinnerungen verbinde.

Er war bei unzähligen SOTA-Aktivierungen in Deutschland dabei. Vom Harz über viele weitere Mittelgebirge bis hinunter in den Bayerischen Wald wurde das Gerät immer wieder in den Rucksack gepackt und auf den nächsten Gipfel getragen.

Dazu kamen Aktivierungen von Naturschutzgebieten und andere portable Einsätze.

Und natürlich blieb es nicht bei Deutschland.

Auch bei meinen zahlreichen SOTA-Aktivitäten in Tschechien war der FT-857 dabei. Viele OK-SOTA-Referenzen habe ich mit genau diesem Gerät aktiviert. Rucksack packen, auf den Berg, Antenne aufbauen, Stromversorgung anschließen – und der 857er war bereit.

Über die Jahre entwickelte sich dabei dieses angenehme Vertrauen in die Ausrüstung: Man kennt das Gerät, man kennt seine Eigenheiten und weiß ziemlich genau, was einen erwartet.

Mit dem FT-857 auf Madeira AF-014

Eine seiner letzten größeren Reisen führte den FT-857 schließlich noch einmal deutlich weiter weg.

Im Urlaub auf Madeira durfte er ebenfalls mit ins Gepäck. Dort kam er sowohl bei SOTA – Summits on the Air als auch bei POTA – Parks on the Air zum Einsatz.

Damit hat der kleine YAESU im Laufe seines Lebens doch einiges von der Welt gesehen.

Gerade solche Einsätze zeigen meiner Meinung nach sehr schön, wofür der FT-857 gemacht wurde. Er ist kein ultraleichter QRP-Transceiver, den man kaum im Rucksack bemerkt. Dafür bekommt man ein ausgesprochen vielseitiges Funkgerät, das von Kurzwelle über 6 Meter und 2 Meter bis hin zu 70 Zentimeter reicht.

Und auf Kurzwelle stehen bei entsprechender Stromversorgung immerhin bis zu 100 Watt Sendeleistung zur Verfügung.

Bei mir hauptsächlich SSB und Digimodes

In all den Jahren habe ich meinen FT-857 hauptsächlich für SSB und für digitale Betriebsarten eingesetzt.

Für Digimodes verwendete ich früher lange Zeit ein SignaLink USB als Interface zwischen Funkgerät und Computer. Später wurde dieses Setup durch ein DigiRig-Interface ersetzt.

Auch hier zeigte sich für mich eine Stärke des FT-857: Trotz seines Alters lässt er sich problemlos in unterschiedliche portable Setups integrieren. Ob klassischer SSB-Betrieb mit Mikrofon oder digitale Betriebsarten mit Notebook und Interface – der 857er hat alles mitgemacht.

Technische Daten des YAESU FT-857

Ein paar Eckdaten zeigen ganz gut, warum der FT-857 über viele Jahre ein so interessantes Gerät für Mobil- und Portabelbetrieb war:

  • Empfangsbereich: 100 kHz bis 56 MHz, 76 bis 108 MHz, 118 bis 164 MHz und 420 bis 470 MHz
  • Betriebsarten: SSB (LSB/USB), CW, AM und FM sowie DATA-/Packet-Betriebsarten
  • Sendeleistung HF / 6 m: bis zu 100 Watt in SSB, CW und FM
  • Sendeleistung 2 m: bis zu 50 Watt
  • Sendeleistung 70 cm: bis zu 20 Watt
  • AM-Sendeleistung: bis zu 25 Watt auf HF/6 m, 12,5 Watt auf 2 m und 5 Watt auf 70 cm
  • Versorgungsspannung: 13,8 V DC ±15 %
  • Stromaufnahme beim Empfang: ca. 1 A
  • Maximale Stromaufnahme beim Senden: ca. 22 A
  • Abmessungen: ca. 155 × 52 × 233 mm
  • Gewicht: ca. 2,1 kg
  • Antennenanschluss: 50 Ohm
  • Frequenzstabilität: ±4 ppm nach dem Einschalten, nach Aufwärmzeit ca. ±1 ppm/Stunde
  • Abnehmbares Bedienteil

Für ein Gerät dieser Größe ist das auch heute noch eine beachtliche Ausstattung. Besonders die Kombination aus Kurzwelle, 6 m, 2 m und 70 cm in einem einzigen Allmode-Gerät macht den FT-857 zu einem ausgesprochen vielseitigen Transceiver.

Nach mehr als zehn Jahren wird es ruhiger

Seit 2015 hat mein FT-857 nun einiges mitgemacht. Berge, Rucksäcke, portable Antennen, Akkus, Kabel, Interfaces, SOTA- und andere Outdoor-Aktivierungen sowie diverse Reisen.

Und irgendwann darf auch ein zuverlässiges Funkgerät ein wenig kürzertreten.

Inzwischen wurde der FT-857 bei mir durch einen YAESU FT-891 abgelöst. Der Neue übernimmt nun einen großen Teil der Aufgaben, für die früher der 857er zuständig war.

Ganz verschwinden wird der FT-857 aber nicht.

Er steht jetzt überwiegend im Regal und genießt gewissermaßen seinen verdienten Ruhestand. Hin und wieder wird er natürlich noch eingeschaltet und kommt auch weiterhin zum Einsatz. Ein Funkgerät, das einen so lange begleitet hat, stellt man schließlich nicht einfach aufs Abstellgleis.

73 und auf viele weitere portable QSOs!