YAESU FT-450 D HF-Transceiver
Ein Stück Amateurfunkgeschichte für mich persönlich – nach vielen Jahren steht wieder ein FT-450 D im Shack
Manche Funkgeräte sind einfach nur Funkgeräte. Andere verbindet man mit einer bestimmten Zeit, den ersten QSOs oder den ersten Erfahrungen auf einem neuen Band. Der YAESU FT-450 D gehört für mich ganz eindeutig zur zweiten Kategorie, denn er war mein erster eigener Kurzwellen-Transceiver nach bestandener Amateurfunkprüfung.
Das ist inzwischen mehr als zehn Jahre her. Mit dem FT-450 D habe ich lange und viel gefunkt und entsprechend viele Erinnerungen mit diesem Gerät gesammelt. Irgendwann legte ich eine kurze Pause vom Hobby ein und verkaufte ihn – eine Entscheidung, die ich später durchaus bereut habe.
Zwar kam mit dem ICOM IC-7300 längst ein moderner Kurzwellen-Transceiver ins Shack, trotzdem hatte ich immer wieder den Gedanken: Eigentlich wäre es schön, wieder einen FT-450 D zu haben.
Vor einiger Zeit ergab sich schließlich die Gelegenheit. Ein gebrauchtes Exemplar wurde angeboten, der Preis passte und damit war die Sache eigentlich entschieden. Jetzt steht wieder einer hier.
Das alte Foto – und einige Erinnerungen
Das Foto oben im Beitrag zeigt übrigens nicht meinen jetzigen FT-450 D, sondern mein damaliges Gerät. Die Aufnahme dürfte ungefähr acht oder neun Jahre alt sein.
Auf dem Display sind noch 14,076 MHz zu erkennen – damals war ich auf dieser Frequenz digital unterwegs. Daneben sieht man auf dem alten Foto auch meinen YAESU FT-857, den ich zu dieser Zeit unter anderem für UKW eingesetzt habe.
Solche alten Bilder finde ich heute besonders interessant. Nicht unbedingt, weil darauf irgendwelche außergewöhnlichen Geräte zu sehen sind, sondern weil sie einen kleinen Ausschnitt aus dem eigenen Amateurfunkleben festhalten.
Beim FT-450 D kommen entsprechend viele Erinnerungen zurück.
Ein solider HF/50-MHz-Transceiver
Der FT-450 D ist ein kompakter HF/50-MHz-Allmode-Transceiver und deckt damit die klassischen Kurzwellen-Amateurfunkbänder von 160 bis 10 Meter sowie das 6-Meter-Band ab.
Mit maximal 100 Watt Ausgangsleistung bietet er alles, was man für eine normale Kurzwellenstation braucht. Besonders praktisch ist der bereits eingebaute automatische Antennentuner. Gerade für einen Einsteiger war das damals für mich eine angenehme Sache: Antenne anschließen, gegebenenfalls abstimmen und loslegen.
Auch heute muss sich das Gerät für den normalen Amateurfunkbetrieb keineswegs verstecken. Natürlich hat sich die Technik weiterentwickelt und moderne SDR-Transceiver bieten Displays, Wasserfälle und viele Komfortfunktionen, die der FT-450 D nicht kennt. Seine eigentliche Aufgabe erledigt er aber nach wie vor zuverlässig: funken.
Technische Daten des Yaesu FT-450 D
Die wichtigsten Daten einmal kompakt zusammengefasst:
- Gerätetyp: HF/50-MHz-Allmode-Transceiver
- Amateurfunkbänder: 160 bis 6 Meter
- Empfangsbereich: 30 kHz bis 56 MHz
- Sendeleistung: bis 100 Watt
- AM-Trägerleistung: bis 25 Watt
- Betriebsarten: USB, LSB, CW, AM und FM
- Signalverarbeitung: IF-DSP
- Empfängerprinzip: Doppelsuperhet
- 1. Zwischenfrequenz: 67,899 MHz
- 2. Zwischenfrequenz: 24 kHz
- Roofing-Filter: 10 kHz
- CW-Filter: 300 Hz, 500 Hz und 2,4 kHz
- Antennentuner: automatisch, eingebaut
- Anpassbereich des Tuners: 16,5 bis 150 Ohm bzw. bis etwa SWR 3:1
- Antennenanschluss: 50 Ohm
- Versorgungsspannung: 13,8 V DC ±10 %
- Stromaufnahme beim Senden mit 100 W: bis etwa 22 A
- Abmessungen: ca. 229 × 84 × 217 mm
- Gewicht: ca. 4 kg
- CAT-Steuerung: vorhanden
Mit seinen rund vier Kilogramm ist der FT-450 D noch relativ kompakt. YAESU hatte ihn seinerzeit sowohl für den stationären Betrieb als auch für portable und mobile Anwendungen vorgesehen.
Bedienung ohne großen Schnickschnack
Was mir am FT-450 D immer gefallen hat, ist seine recht klassische Bedienung.
In der Mitte sitzt ein griffiger, gummierter Abstimmknopf, dazu gibt es genügend Tasten und Regler für die Funktionen, die man im täglichen Betrieb braucht. Das Display ist aus heutiger Sicht natürlich weit von den großen Farbdisplays moderner SDR-Geräte entfernt. Dafür sieht man Frequenz und wichtige Einstellungen auf einen Blick.
Der FT-450 D besitzt außerdem eine ganze Reihe von DSP-Funktionen zur Signalbearbeitung. Dazu gehören unter anderem ein digitales Notch-Filter, Noise Reduction sowie Möglichkeiten zur Beeinflussung der ZF-Bandbreite.
Für mich war das damals ein Gerät, mit dem man sehr gut in die Kurzwelle hineinwachsen konnte. Nicht überladen, aber trotzdem mit genügend Möglichkeiten, um sich nach und nach mit den verschiedenen Funktionen zu beschäftigen.
FT-450 D und FT-450 AT
Zwischendurch hatte ich übrigens auch einmal den älteren FT-450 AT.
Optisch sind sich die Geräte sehr ähnlich, trotzdem gibt es beim FT-450 D einige Änderungen und Verbesserungen. Dazu gehören unter anderem beleuchtete Tasten, Änderungen am Abstimmknopf und an den Bedienelementen sowie die serienmäßigen schmaleren CW-Filtermöglichkeiten.
Über meinen FT-450 AT werde ich noch einen eigenen Beitrag schreiben. Bilder davon habe ich ebenfalls noch, sodass sich die beiden Varianten dann auch einmal direkt miteinander vergleichen lassen.
Heute Zweitgerät und für die Schulfunk-AG
Mein jetziger FT-450 D muss den IC-7300 auch gar nicht ersetzen.
Er hat inzwischen eine andere Aufgabe bekommen und dient mir als Zweit- und Backupgerät. Außerdem kommt er bei unserer Schulfunk-AG zum Einsatz. Gerade dafür finde ich ihn nach wie vor gut geeignet.
Man hat ein richtiges Kurzwellenfunkgerät mit 100 Watt, eingebautem Tuner und den wichtigen Betriebsarten, ohne dass die Bedienung ausschließlich über Touchscreen und Bildschirm erfolgt. Viele Funktionen haben noch ihre klassischen Tasten und Regler – und gerade beim Erklären von Funkbetrieb kann das durchaus angenehm sein.
Und sollte mit dem Hauptgerät einmal etwas sein, steht immer noch ein kompletter Kurzwellen-Transceiver bereit.
Verkauft – und irgendwann doch wieder gekauft
Rückblickend hätte ich meinen ersten FT-450 D wahrscheinlich einfach behalten sollen.
Aber hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Immerhin hatte die Sache auch etwas Gutes: Jetzt habe ich nach vielen Jahren wieder einen bekommen, noch dazu zu einem Preis, bei dem sich der Kauf für mich gelohnt hat.
Wer heute auf dem Gebrauchtmarkt einen gepflegten YAESU FT-450 D findet, bekommt ein solides und bewährtes Kurzwellenfunkgerät. Er ist technisch natürlich nicht mehr auf dem Stand aktueller SDR-Transceiver – das muss er aber auch nicht sein.
Mein Exemplar darf jedenfalls bleiben. Ein bisschen aus praktischen Gründen als Zweitgerät und für die Schulfunk-AG, aber zugegeben auch aus einer ordentlichen Portion Nostalgie.
Schließlich war es genau dieses Modell, mit dem für mich vor mehr als zehn Jahren der eigene Betrieb auf Kurzwelle so richtig angefangen hat.
Und manchmal ist es einfach schön, einen alten Bekannten wieder im Shack stehen zu haben.
