Ochsenkopf – SOTA, POTA und WWFF im herbstlichen Fichtelgebirge

Blick vom Aussichtsturm am Ochsenkopf

55 QSOs, vier Referenzen und ein sonniger Nachmittag auf 1.024 Metern

Der Ochsenkopf gehört mittlerweile zu den Gipfeln im Fichtelgebirge, auf denen ich schon häufiger mit Funkgerät und Antenne unterwegs war. Vier oder fünf Funkaktivierungen dürften es inzwischen gewesen sein, dazu kommen einige Besuche ohne Amateurfunk – unter anderem mit dem Fahrrad. Ganz genau bekomme ich es selbst nicht mehr zusammen. Trotzdem fahre ich immer wieder gerne hinauf, denn gerade für den Portabelbetrieb bietet der Ochsenkopf eine interessante Kombination verschiedener Diplomprogramme.

Diesmal war ich wieder gemeinsam mit Marco unterwegs. Unsere letzte gemeinsame Funkaktivierung auf dem Ochsenkopf lag bereits drei Jahre zurück: 2023 waren wir zusammen das letzte Mal mit Funkgerät dort oben. Höchste Zeit also für eine Neuauflage.

SOTA, POTA und WWFF auf dem Ochsenkopf

Gleich mehrere Referenzen lassen sich bei einer Aktivierung miteinander verbinden. Für Summits on the Air (SOTA) wird der Ochsenkopf als DM/BM-160 geführt. Hinzu kommt bei World Wide Flora & Fauna (WWFF) der Naturpark Fichtelgebirge, DLFF-0058, sowie bei Parks on the Air (POTA) der Naturpark Fichtelgebirge, DE-0031.

Zusätzlich verlaufen mit DE-0958 – Main-Danube-Weg National Recreation Trail und DE-0757 – Fränkischer Gebirgsweg National Historic Trail zwei bei POTA geführte Wanderwege über den Bereich des Ochsenkopfs. Damit kommt bei einer einzigen Funkaktivierung gleich eine ganze Reihe interessanter Referenzen zusammen.

Sonnenschein – aber der Sommer ist vorbei

Optisch zeigte sich der Tag noch einmal von seiner schönen Seite. Viel Sonne und ein freundlicher Himmel sorgten für beste Bedingungen, um draußen unterwegs zu sein – auf den Bildern zur Aktivierung ist davon einiges zu sehen.

Bei den Temperaturen war allerdings deutlich zu spüren, dass der Sommer endgültig vorbei ist. Solange wir unterwegs waren, war es noch recht angenehm. Beim längeren Sitzen an der Funkstation wurde es dann aber schnell frisch. Über dem Sweatshirt musste schließlich noch die Jacke her, damit das Funken nicht zur Zitterpartie wurde.

Für die kommenden Portabelaktivitäten heißt das also wieder: etwas mehr warme Kleidung in den Rucksack. Ein Grund, das Funkgerät bis zum Frühjahr einzumotten, ist das natürlich noch lange nicht.

55 QSOs in knapp einer Stunde

Unser Funkbetrieb begann gegen 1300 UTC und dauerte ungefähr eine Dreiviertelstunde bis knapp eine Stunde. In dieser Zeit kamen 55 QSOs ins Log – für die vergleichsweise kurze Betriebszeit ein schönes Ergebnis.

Auf 40 Meter SSB waren die Bedingungen ordentlich, allerdings nicht ganz so stark wie bei einigen unserer vorherigen Aktivierungen. Besonders im näheren Bereich machte sich das bemerkbar. Stationen in größerer Entfernung kamen dagegen gut herein und ließen sich problemlos arbeiten.

Auf 20 Meter SSB blieb es erneut recht dünn. Ob die Bedingungen zu dieser Zeit einfach nicht mehr hergaben oder weniger Stationen auf dem Band unterwegs waren, lässt sich schwer sagen. Für die Aktivierung spielte das letztlich keine große Rolle: Die benötigten Verbindungen für die verschiedenen Programme waren schnell im Log, und darüber hinaus blieb noch genügend Zeit für weitere QSOs.

Wie so oft bei meinen Aktivierungen waren darunter wieder etliche bekannte Rufzeichen und Stimmen. Genau das macht für mich einen Teil des Reizes aus: Man packt irgendwo auf einem Berg seine Station aus und trifft auf dem Band trotzdem immer wieder bekannte Funkfreunde.

Ein alter Bekannter im Fichtelgebirge

Mit 1.024 Metern ist der Ochsenkopf nach dem Schneeberg der zweithöchste Berg des Fichtelgebirges. Schon der Name hat eine interessante Geschichte: Er wird mit einem in einen Felsen eingemeißelten Stierkopf in Verbindung gebracht, dessen ursprüngliche Bedeutung allerdings nicht eindeutig geklärt ist.

Für Marco und mich war es nach 2023 jedenfalls schön, wieder gemeinsam hier oben zu funken. Und obwohl der Ochsenkopf für mich längst kein neuer Gipfel mehr ist, verliert er seinen Reiz nicht. Gerade die Kombination aus Berg, Natur und mehreren Aktivierungsprogrammen macht ihn zu einem Ziel, zu dem ich immer wieder gerne zurückkehre.

55 QSOs später wurde die Station wieder eingepackt. Der Sommer mag vorbei sein – die Portabelsaison ist es noch lange nicht.

Verwendetes Equipment:

  • Yaesu FT-891 Transceiver
  • JPC-12 Antenne
  • IPad mit App: Ham2K
  • LiFePo4 Akku 8 Ah
  • Radtel RT-950 Pro (für APRS)