Döbraberg – Premiere im Frankenwald

Blick vom Prinz-Luitpold-Turm aufg dem Döbraberg

SOTA, POTA und WWFF zwischen Radarstation und Prinz-Luitpold-Turm

Heute stand für uns wieder eine etwas längere Tour auf dem Programm. Ziel war der Döbraberg im Frankenwald, den ich bisher noch nicht aktiviert hatte. Knapp 100 Kilometer und ungefähr eine Stunde Anfahrt lagen vor uns – dafür warteten am Ziel gleich eine neue SOTA-Referenz, fünf neue POTA-Referenzen und eine neue WWFF-Referenz auf mich.

Für die heutige Aktivierung kamen damit einige Erstaktivierungen zusammen:

  • SOTA: DM/BM-332 – Döbraberg
  • POTA: DE-0036 – Frankenwald Nature Park
  • POTA: DE-0623 – Fernwanderweg E3 State Trail
  • POTA: DE-0625 – Fernwanderweg E6 Deutschland State Trail
  • POTA: DE-0991 – Frankenweg National Recreation Trail
  • POTA: DE-0992 – FrankenwaldSteig National Historic Trail
  • WWFF: DLFF-0060 – Naturpark Frankenwald

Grau, aber erstaunlich mild

Am Morgen lag noch Nebel über der Landschaft am Döbraberg und auch später blieb der Himmel weitgehend grau und wolkenverhangen. Sonnenschein gab es keinen, dafür blieb das Wetter stabil und vor allem trocken. Mit ungefähr 15 bis 17 Grad war es für Anfang Oktober außerdem erstaunlich mild.

Oben angekommen war das Gras stellenweise noch etwas feucht, ansonsten konnten wir uns über die Bedingungen wirklich nicht beschweren.

Radar auf dem höchsten Berg des Frankenwaldes

Der Döbraberg erreicht knapp 795 Meter und ist damit die höchste Erhebung des Frankenwaldes. Schon von weitem fällt etwas auf, das man auf einem bewaldeten Mittelgebirgsgipfel nicht unbedingt erwartet: die große Radarkuppel der Bundeswehr.

Auf unserem Weg kamen wir direkt am militärischen Bereich vorbei und nahmen uns natürlich etwas Zeit, uns die dortigen Informationen anzusehen.

Die Geschichte der Radarstellung reicht bis in die Zeit des Kalten Krieges zurück. Anfang der 1960er-Jahre errichtete die US Air Force auf dem Döbraberg einen Radarstandort. Durch die damalige Nähe zur DDR und zur Tschechoslowakei hatte der Standort eine besondere Bedeutung für die Überwachung des Luftraums an der östlichen Grenze der NATO.

1974 wurde die Anlage von der Bundeswehr übernommen. Auch heute ist die Radarstation noch in Betrieb und Teil der deutschen Luftraumüberwachung.

Gerade als Funkamateur ist es natürlich interessant, an einem solchen Standort vorbeizulaufen. Unsere kleine portable Kurzwellenstation wirkt neben der Radartechnik auf dem Berg allerdings eher bescheiden.

Vom Radar zum Prinz-Luitpold-Turm

Von der Radarstation ging es für uns weiter in Richtung Gipfel und zum Prinz-Luitpold-Turm.

Auch der hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. Schon 1887 stand auf dem Döbraberg ein hölzerner Aussichtsturm. Nachdem dieser und ein weiterer Signalturm baufällig geworden waren, errichtete der Frankenwaldverein den heutigen eisernen Turm.

Am 1. Juni 1902 wurde der 18 Meter hohe Prinz-Luitpold-Turm eingeweiht. Wegen seiner Konstruktion wird er gerne als kleiner „Eiffelturm des Frankenwaldes“ bezeichnet.

Direkt in diesem Bereich suchten wir uns schließlich unseren Platz und bauten die Funkstation auf.

40 Meter lief außergewöhnlich gut

Wie bei meinen letzten Aktivierungen begann ich auch diesmal auf 40 Meter in SSB.

Und das war eindeutig die richtige Entscheidung.

Schon kurz nach dem Start kamen die ersten Stationen ins Log und daraus entwickelte sich sehr schnell reger Betrieb. Die Bedingungen waren hervorragend und teilweise ging es Schlag auf Schlag.

Das Log füllte sich in einem Tempo, das selbst für eine gut laufende SOTA- oder POTA-Aktivierung außergewöhnlich war. Es gab kaum Leerlauf und immer wieder kamen neue Stationen hinzu.

Nach einiger Zeit wechselte ich auf 20 Meter SSB. Auch dort lief es heute erfreulich gut. 40 Meter blieb zwar eindeutig das stärkere Band, aber auch auf 20 Meter kamen zahlreiche weitere Verbindungen zustande.

Zum Schluss probierte ich noch 17 Meter SSB aus. Dort war deutlich weniger los und das Band konnte mit 40 und 20 Meter nicht mithalten. Nach dem vorherigen Betrieb war das allerdings überhaupt kein Problem mehr.

Mehr als 110 QSOs in etwas über einer Stunde

Als ich schließlich auf das Log schaute, war selbst ich etwas überrascht.

Mehr als 110 QSOs in etwas mehr als einer Stunde.

Ich kann mich tatsächlich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt bei einer Aktivierung in so kurzer Zeit so viele Verbindungen ins Log bekommen habe. Das war schon außergewöhnlich.

Vor allem auf 40 Meter passte heute einfach alles zusammen. Gute Bedingungen, viele anrufende Stationen und ein nahezu durchgängiger Funkbetrieb sorgten dafür, dass das Log in kürzester Zeit immer voller wurde.

Für meine erste Aktivierung des Döbrabergs hätte es funktechnisch kaum besser laufen können.

Zum Abschluss noch auf den Turm

Nachdem der Funkbetrieb beendet war, packten wir unsere Station wieder zusammen. Bevor es zurück ging, wollten wir aber natürlich noch auf den Prinz-Luitpold-Turm.

Also ging es die Metallkonstruktion hinauf zur Aussichtsplattform.

Auch wenn der Himmel heute grau blieb, war der Blick über den Frankenwald den Aufstieg wert. Nach dem intensiven Funkbetrieb war es außerdem ganz angenehm, noch ein wenig oben zu stehen und sich die Umgebung anzusehen.

Eine Premiere, die sich gelohnt hat

Der Döbraberg war für mich heute gleich in mehrfacher Hinsicht Neuland: meine erste Aktivierung von DM/BM-332, meine erste Aktivierung von DLFF-0060 und gleichzeitig fünf neue POTA-Referenzen.

Dazu kamen ein interessanter Gipfel mit seiner ungewöhnlichen Radarstation, der historische Prinz-Luitpold-Turm und vor allem ein Funkbetrieb, wie ich ihn schon länger nicht mehr erlebt hatte.

Der erste Besuch auf dem Döbraberg hat sich damit definitiv gelohnt – und es dürfte nicht der letzte gewesen sein.

Verwendetes Equipment:

  • Yaesu FT-891 Transceiver
  • JPC-12 Antenne
  • IPad mit App: Ham2K
  • LiFePo4 Akku 8 Ah
  • Radtel RT-950 Pro (für APRS)
DG4KAI Funkbetrieb Döbraberg SOTA