Schneeberg – SOTA auf dem Dach des Fichtelgebirges

Sendeturm Schneeberg gegen Sonnenlicht

SOTA-Aktivierung – DM/BM-161 · POTA · WWFF

Der Schneeberg ist für uns längst kein unbekanntes Ziel mehr. Mit seinen 1.051 Metern ist er der höchste Gipfel des Fichtelgebirges und inzwischen war ich bereits zum vierten Mal dort oben. Trotzdem lohnt sich die Tour immer wieder – und diesmal passte vom Wetter bis zum Funkbetrieb wirklich einiges zusammen.

Auch bei den verschiedenen Aktivierungsprogrammen hat der Standort einiges zu bieten:

  • SOTA: DM/BM-161 – Schneeberg
  • POTA: DE-0031 – Naturpark Fichtelgebirge
  • POTA: DE-0757 – Fränkischer Gebirgsweg National Historic Trail
  • POTA: DE-0623 – Fernwanderweg E3 State Trail
  • WWFF: DLFF-0614 – Schneeberggipfel

Gemütlich hinauf – zumindest meistens

Vom Ausgangspunkt bis zum Gipfel sind es auf unserer Route knapp zweieinhalb Kilometer. Der Weg ist grundsätzlich gut machbar, allerdings nimmt die Steigung mit zunehmender Höhe immer weiter zu. Besonders auf den letzten ungefähr 600 Metern merkt man dann doch deutlich, dass man auf den höchsten Gipfel des Fichtelgebirges unterwegs ist.

Wir ließen es wie gewohnt gemütlich angehen und kamen ohne Probleme oben an. Bei schönstem Spätsommerwetter machte der Aufstieg ohnehin Spaß. Sonnenschein, angenehme Temperaturen um die 20 Grad und nur wenig Bewölkung – viel besser hätte man es Ende September kaum erwischen können.

Mehr als nur ein SOTA-Gipfel

Funktechnisch ist der Schneeberg gleich in mehrfacher Hinsicht interessant. Neben der SOTA-Referenz liegt der Gipfel im Naturpark Fichtelgebirge, der bei POTA als DE-0031 geführt wird. Hinzu kommen mit DE-0757 und DE-0623 zwei weitere POTA-Referenzen, deren Wege sich im Bereich des Schneebergs kreuzen.

Auch bei WWFF besitzt der Gipfel inzwischen seine eigene Referenz: DLFF-0614 – Schneeberggipfel. Das Naturschutzgebiet selbst ist dabei wesentlich älter, als die Referenznummer vermuten lässt. Der Schneeberggipfel wurde bereits 1941 unter Naturschutz gestellt. Erst 2018 wurde dieses Gebiet als eigene Referenz in das WWFF-Programm aufgenommen.

Damit lässt sich von einem einzigen Standort aus wieder einiges miteinander verbinden.

40 Meter – und plötzlich war richtig was los

Nach dem Aufbau der Station begann ich wie so oft auf 40 Meter in SSB.

Und diesmal musste ich nicht lange auf Antworten warten.

Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich ein richtig kräftiges Pile-up. Zeitweise kamen so viele Stationen gleichzeitig zurück, dass es schon fast in Arbeit ausartete, die einzelnen Rufzeichen sauber herauszuhören und der Reihe nach ins Log zu bekommen. Genau solche Momente machen eine Aktivierung natürlich besonders spannend.

Auf 40 Meter kamen dadurch in erstaunlich kurzer Zeit sehr viele QSOs zusammen. Eine solche Menge an Verbindungen in so kurzer Zeit hatte ich schon länger nicht mehr im Log.

Anschließend wechselte ich auf 20 Meter SSB. Dort zeigte sich ein völlig anderes Bild. Das Band lief bei weitem nicht so gut und die Stationen kamen deutlich spärlicher herein. Trotzdem gelangen auch dort noch einige Verbindungen.

Unterm Strich spielte das kaum eine Rolle: Das vorherige Pile-up auf 40 Meter hatte längst für eine überdurchschnittlich gut gefüllte Logdatei gesorgt.

Ein Gipfel mit ungewöhnlicher Geschichte

Wer zum ersten Mal auf dem Schneeberg steht, wird sich wahrscheinlich über den mächtigen Fernmeldeturm wundern. Er ist ein weithin sichtbares Überbleibsel aus der Zeit des Kalten Krieges.

Ab den 1950er-Jahren wurde der Gipfel militärisch genutzt. Später errichtete die Bundeswehr den großen Fernmelde- und Aufklärungsturm, der 1967 seinen Betrieb aufnahm. Der Schneeberggipfel war über viele Jahre militärisches Sperrgebiet und für Wanderer teilweise nicht zugänglich.

Nach dem Ende des Kalten Krieges endete Anfang der 1990er-Jahre auch die militärische Nutzung. Der markante Turm blieb erhalten und wird heute zivil genutzt.

Wenn man dort mit einer kleinen portablen Amateurfunkstation sitzt, ist dieser Kontrast schon interessant: Neben einem gewaltigen ehemaligen militärischen Fernmeldeturm stehen heute unsere kleinen Antennen und ein paar Watt Amateurfunktechnik.

Rauf aufs Backöfele

Nach dem Funkbetrieb hatten wir noch etwas Zeit und gingen hinüber zum Backöfele. Der kleine hölzerne Aussichtsturm steht auf der Felsformation direkt im Gipfelbereich und wirkt neben dem riesigen Fernmeldeturm beinahe winzig.

Das alte Backöfele von 1926 musste 2016 wegen Baufälligkeit geschlossen werden und wurde anschließend erneuert.

Wir stiegen hinauf, genossen die Aussicht und machten natürlich noch einige Bilder.

Auf den Schneeberg kommen wir wieder

Danach machten wir uns an den Abstieg. Bergab geht es bekanntlich etwas flotter und so waren die knapp zweieinhalb Kilometer zurück schnell geschafft.

Für mich war es mittlerweile die vierte Aktivierung des Schneebergs – und ganz sicher nicht die letzte. Der Berg verbindet eine schöne Wanderung mit einem interessanten Gipfel, viel Geschichte und natürlich hervorragenden Möglichkeiten für den Portabelbetrieb.

Nächstes Jahr kommen wir wieder.

Verwendetes Equipment:

  • Yaesu FT-891 Transceiver
  • JPC-12 Antenne
  • IPad mit App: Ham2K
  • LiFePo4 Akku 8 Ah
  • Radtel RT-950 Pro (für APRS)
DG4KAI bei SOTA AKtivierung auf dem Schneeberg mit Handfunkgerät auf dem Backöfele