Zum ersten Mal auf dem Ossinger
SOTA-Aktivierung – DM/BM-253 · POTA DE-0025
Heute waren wir wieder gemeinsam zu einer Portabelaktivierung unterwegs. Diesmal fiel die Wahl auf den Ossinger mit der SOTA-Referenz DM/BM-253, der gleichzeitig im Naturpark Fränkische Schweiz (POTA DE-0025) liegt.
Das Besondere daran: Obwohl ich bereits seit 2015 SOTA-Aktivierungen mache, war ich tatsächlich noch nie auf dem Ossinger. Die Referenzen in dieser Richtung hatte ich bisher irgendwie nie so richtig auf dem Schirm. Umso mehr wurde es Zeit, diese Lücke zu schließen.
Der Ossinger liegt auf 651 Metern und bringt bei erfolgreicher Aktivierung 6 SOTA-Punkte.
Kurzer, aber durchaus knackiger Aufstieg
Mit dem Auto kommt man relativ weit an den Berg heran, sodass anschließend nur noch einige hundert Meter zu Fuß zurückzulegen sind. Ganz geschenkt bekommt man den Gipfel trotzdem nicht: Besonders die letzten rund 100 Meter haben eine ordentliche Steigung.
Für uns war der Aufstieg aber gut machbar. Durch unsere regelmäßigen Fahrrad- und Wandertouren sind wir solche Strecken gewohnt – schließlich gehört Bewegung für uns ohnehin zu vielen Portabelaktivitäten und Reisen dazu.
Oben angekommen, wurden wir mit einer wirklich schönen Location belohnt. Der Aussichtsturm auf dem Ossinger war natürlich ebenfalls Pflicht. Von dort oben bietet sich ein weiter Blick über die Umgebung und spätestens da stellte sich mir die Frage: Warum war ich eigentlich all die Jahre noch nicht hier?
SSB wollte diesmal nicht so richtig
Nach dem Aufbau der Station begann der Funkbetrieb zunächst wie gewohnt in SSB auf 20 und 40 Metern. Im Gegensatz zu unserer letzten Aktivierung waren die Bedingungen diesmal allerdings ausgesprochen zäh.
Es wurde gerufen und probiert, aber die QSOs kamen nur sehr schleppend zustande. Ob es an den allgemeinen Ausbreitungsbedingungen, der Wetterlage in anderen Teilen Europas oder auch am konkreten Standort lag, lässt sich im Nachhinein schwer beurteilen.
Der Aufbauplatz selbst war funktechnisch sicherlich nicht perfekt. Durch die örtlichen Gegebenheiten rund um den Aussichtsturm war die Antennenposition etwas eingeschränkt. Ob das letztlich einen entscheidenden Einfluss hatte, bleibt Spekulation.
Interessant war vor allem der direkte Vergleich: Nur wenige Tage zuvor liefen zur annähernd gleichen Tageszeit mit praktisch identischem Equipment die Verbindungen fast von alleine ins Log. Diesmal sah die Sache völlig anders aus.
FT8 rettet wieder die Aktivierung
Nachdem SSB nur schleppend voranging, wechselte ich schließlich auf FT8 – und damit änderte sich die Situation.
Über den digitalen Betrieb kamen die noch benötigten Verbindungen und darüber hinaus weitere QSOs ins Log. Damit konnten sowohl SOTA DM/BM-253 als auch POTA DE-0025 erfolgreich aktiviert werden.
FT8 hat damit wieder einmal gezeigt, warum es bei meinen Portabelaktivitäten inzwischen eine sinnvolle Ergänzung zum SSB-Betrieb ist. Wenn es in Fonie schwierig wird, bietet der digitale Betrieb eine zusätzliche Möglichkeit, doch noch Stationen zu erreichen.
Gerade solche Tage zeigen aber auch, was Amateurfunk interessant macht. Gleiche Ausrüstung und eine ähnliche Tageszeit bedeuten noch lange nicht das gleiche Ergebnis. Ausbreitungsbedingungen, Standort, Aktivität auf den Bändern und viele weitere Faktoren entscheiden mit – und bei der nächsten Tour kann alles schon wieder völlig anders aussehen.
Premiere für APRS
Neben der eigentlichen SOTA- und POTA-Aktivierung gab es heute noch eine weitere Premiere. Mit dabei war erstmals mein neues Radtel RT-950 Pro, das ich mir unter anderem wegen seiner APRS-Möglichkeiten zugelegt habe.
Für ein Gerät in dieser Preisklasse bietet es für meine Zwecke interessante Möglichkeiten zum APRS-Tracking. Genau das habe ich auf der heutigen Tour erstmals praktisch ausprobiert.
Langfristig möchte ich das Handfunkgerät bei Wanderungen und Portabelaktivitäten häufiger mitführen. APRS ist für mich dabei nicht nur technische Spielerei. Gerade auf Touren kann eine zusätzliche Möglichkeit, die eigene Position über Amateurfunk zu übertragen, durchaus interessant sein.
Mit dem Thema stehe ich selbst noch ziemlich am Anfang und probiere derzeit einiges aus. Zum RT-950 und meinen Erfahrungen mit APRS wird es deshalb später noch eigene Beiträge auf dieser Webseite geben.
Ein neues Ziel, das auf die Liste gehört
Auch wenn der Funkbetrieb diesmal deutlich mehr Geduld erforderte, war die erste Aktivierung des Ossingers ein voller Erfolg. Das Wetter blieb trocken, bei überwiegend bedecktem Himmel waren die Temperaturen mit Fleece oder Sweatshirt angenehm und wir hatten genügend Zeit, uns auch den Aussichtsturm und die Umgebung anzusehen.
Genau diese Mischung gefällt uns am Portabelfunk: rauskommen, etwas Bewegung, neue Gegenden kennenlernen und nebenbei Amateurfunk betreiben. Nicht jede Aktivierung muss dabei ein großes Pile-up liefern.
Der Ossinger hat uns jedenfalls gefallen – und nach diesem ersten Besuch steht schon fest, dass es nicht der letzte gewesen sein wird. Spätestens im nächsten Jahr, wenn die Referenz wieder neue SOTA-Punkte bringt, werden wir sicherlich wiederkommen.
Bis dahin stehen aber noch einige andere Ziele auf dem Plan. Mal sehen, wohin uns die nächste Aktivierung führt.
Verwendetes Equipment:
- Yaesu FT-891 Transceiver
- JPC-12 Antenne
- IPad mit Apps: iFTx, Ham2K
- DigiRig Interface
- LiFePo4 Akku 8 Ah
- Radtel RT-950 Pro (für APRS)



